Knorpelschaden und Arthrose
Osteochondrosis Dissecans

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Osteochondrosis Dissecans

 

Inhalt


 

Allgemeines

Als Osteochondrosis dissecans wird das Absterben begrenzter Bezirke im Knochen-Knorpel-Bereich in Gelenken des Körpers bezeichnet. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es meistens zur Ablösung und Ausstoßung dieses Knochen-Knorpel-Stückes (Dissectat) aus seinem Lager (Mausbett) in den Gelenkraum, wo es als freier Körper (Gelenkmaus) zu schmerzhaften Einklemmungen und Gelenkblockierungen führen kann.

Die Osteochondrosis dissecans kann grundsätzlich an jedem Gelenk auftreten. Am häufigsten ist das Kniegelenk betroffen. Bis zur Abstoßung des Dissectates sind die Schmerzen geringfügig und die klinischen Symptome uncharakteristisch.

Die durch den Knorpelabbau ausgelöste Entzündung der Gelenkschleimhaut kann zu Anschwellungen und Gelenkergüssen führen. Typische Spätsymptome sind plötzliche und wechselnde Einklemmungserscheinungen und Gelenksperren.


Behandlungsprinzip

Bei abgestoßenen oder in Abstoßung begriffenen Dissectaten erfolgt die operative Wiederbefestigung (Refixation) des abgestoßenen Herdes z.B. mittels einer Schraube. Dieses Vorgehen hängt auch vom Alter des betreffenden Patienten ab. Zusätzlich oder bei noch intakter Knorpeloberfläche alleinig kann eine sog. "Anbohrung" des OD-Bezirkes mit einem speziellen Draht durchgeführt werden, um eine Anfrischung des Dissecatbettes zu erzielen.

Wenn die Refixation nicht mehr möglich ist, wird der freie Gelenkkörper entfernt und die aufgebrochene Knorpelfläche geglättet. Dies erfolgt mit einem "Shaver", einem motorisierten Saugschneidegerät. Die geglätteten Knorpelflächen hören auf, weiterhin Abriebmaterial zu erzeugen, wodurch der chronische Reizzustand abklingen kann. Bei großen oder ungünstig gelegenen Defekten empfiehlt sich evtl. die Durchführung einer 'Knorpelreparaturmaßnahme' wie z.B. einer Abrasio oder einer Knorpel-Knochentransplantation (Info Knorpelschaden).


Gelenkspiegelungsbild OD vor und nach Verschraubung

   


Nachbehandlung

Eine Teilentlastung des operierten Beines mit 30 kg an Gehstützen ist für 6 bis 8 Wochen nach OP erforderlich.

Bei Refixation des Dissectats mittels einer Schraube erfolgt nach 6-8 Wochen die Metallentfernung nach vorheriger Röntgenkontrolle. Danach muss das operierte Bein nochmals für ca. 2 Wochen teilentlastet werden.


Krankengymnastische Nachbehandlung

Nach durchgeführter arthroskopischer Chirurgie der Osteochondrosis dissecans ist eine intensive krankengymnastische Nachbehandlung unbedingt erforderlich, um der durch die Teilentlastung bedingten Schwächung der Muskulatur entgegenzuwirken.

Vom 1. postoperativen (p.o.) Tag an muss ein isometrisches Training durch Anspannen der Oberschenkelmuskulatur, insbesondere des Musculus vastus medialis, erfolgen.

Bei Knieoperationen sollte die Beugung in den ersten 5 Tagen p.o. nicht über 90 Grad erfolgen, nach den 5 Tagen ist die aktive und passive Beweglichkeit unbegrenzt.

Ist eine Refixation mit einer Schraube durchgeführt worden, erstreckt sich die Krankengymnastik mit vorsichtigen Bewegungsübungen und dosiertem Muskeltraining über einen Zeitraum von insgesamt 10 Wochen p.o., zunächst 8 Wochen p.o.. Nach der Schraubenentfernung muss die Krankengymnastik fortgesetzt werden.

Ist der OD-Herd angebohrt und der Knorpel geglättet worden, wird ebenso eine 8-wöchige Krankengymnastik mit steigender Belastung durchgeführt. Danach kann das operierte Bein wieder ganz belastet werden.

Kraulschwimmen ist bereits nach 14 Tagen p.o. möglich, das Radfahren auf einem Fahrrad-Ergometer kann ab der 4. Woche p.o. trainiert werden.