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Oberarmkopfnekrose
Inhalt
Kommt es durch eine verminderte Durchblutung des Oberarmkopfes zum „Absterben von Knochen spricht man von einer Oberarmkopfnekrose. Das Ausmaß des abgestorbenen (nekrotischen) Knochens hängt von der verminderten Durchblutungssituation ab. Die Ursache der verminderten Durchblutung ist in den meisten Fällen ungeklärt. Ein Unfall (Trauma) oder eine hochdosierte Cortisontherapie sind die häufigsten Gründe für eine reduzierte Durchblutung des Oberarmkopfes. In vielen Fällen bleibt die Ursache aber ungeklärt, dieses bezeichnet der Mediziner als idiopathisch.


Röntgenbild (Bild links), Kernspintomographie (MRT) (Bild rechts) einer Oberarmkopfnekrose mit eingebrochener Gelenkoberfläche (roter Pfeil), Schulter links
Der Patient verspürt einen zunehmenden Schmerz im betroffenen Schultergelenk, zunächst nur unter Belastung, im Weiteren aber auch einen Ruheschmerz. Durch die zunehmende Entrundung des Oberarmkopfes und ggf. Einbruch des nekrotischen Bezirkes resultiert eine verschlechtere Biomechanik. Im Rahmen einer Schonhaltung kommt es nicht selten zu einer sekundären Schultereinsteifung.
Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, besteht noch eine Restdurchblutung und ist der Oberarmkopf in seinen Konturen noch unversehrt, so besteht die Möglichkeit durch ein gezieltes Anbohren des Herdes eine Druckentlastung im Knochen, eine Schmerzreduktion und durch das Einsprießen von sich neubildenden Blutgefäßen eine Erholung des abgestorbenen Knochens zu erreichen. Das Anbohren erfolgt durch einen kleinen Hautschnitt gezielt unter Röntgenkontrolle.

Beschreibende Darstellung der fächerförmigen Anbohrung (rote Pfeile) eines vermindert durchbluteten Knochenareals am Oberarmkopf, Schulter rechts
Ist die Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium und/oder ist die Oberarmkopfkontur entrundet, so sollte primär zur Schmerzreduktion ein künstliches Schultergelenk implantiert werden. In den meisten Fällen kann hier durch eine offene Schultergelenkoperation weniger invasiv der Oberarmkopf und damit auch der nekrotische Knochenbezirk mit einem metallischen Oberflächenersatz gänzlich oder nur lokal „überzogen werden. Ob hier die ganze Oberarmkopfkontur oder ausschließlich die Nekrosezone ersetzt werden sollte, hängt vom Ausmaß des durchblutungsgestörten Bezirkes ab. Nur in seltenen Fällen ist der Einsatz einer Schultertotalendoprothese erforderlich.

Röntgenbild eines Ersatzes des abgestorbenen Knochenareals am Oberarmkopf durch eine Hemiprothese, Schulter links

Röntgenbild einer Oberflächenersatzprothese am Oberarmkopf, Schulter links
Wird der abgestorbene Knochenbezirk am Oberarmkopf angebohrt, so ist postoperativ keine Einschränkung in der Bewegung zu beachten. Im weiteren Verlauf bleibt es zu kontrollieren, in wie weit sich der minderdurchblutete Knochenbezirk durch das Anbohren erholt. Dieses erfolgt klinisch, durch Röntgenbilder und ggf. durch eine Kernspintomographie (MRT). Ist die Oberarmkontur durch einen metallischen Oberflächenersatz oder durch eine Schultertotalendoprothese ersetzt worden, so wird der Arm postoperativ in einem Spezialverband (Gilchristverband, Desaultweste) ruhiggestellt. Eine Bewegungseinschränkung besteht für 6 Wochen für das nach außen Drehen (Außenrotation) und das Abspreizen (Abduktion) des Oberarmes im Schultergelenk. Nach der operativen Implantation eines künstlichen Schultergelenkes ist eine intensive Krankengymnastik erforderlich. Diese beginnt schon während des stationären Aufenthaltes.