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Kreuzbandoperation

 

Inhalt


 

Allgemeines

Bei Ihnen wurde durch arthroskopisch-chirurgische Technik Ihr fehlendes oder funktionsuntüchtiges Kreuzband durch ein körpereigenes Sehnentransplantat ersetzt oder Ihr frisch gerissenes Band genäht. In der Regel ist es mit je einem Knopf am Ober und Unterschenkel befestigt. Diese Knöpfe müssen nicht entfernt werden. Falls das Transplantat mit Schrauben oder Klammern fixiert ist, sollte das Metall nach einem Jahr entfernt werden.

Diese Fixation ist im ersten Jahr nach der Operation erforderlich, um ein ungestörtes Einheilen Ihres neuen Kreuzbandes zu gewährleisten. Falls Ihr Gelenk besonders instabil oder Ihre körpereigenen Sehnen schwach ausgebildet waren, musste eventuell ein künstliches Verstärkungsband mit eingebracht werden, um ein störungsfreies Einheilen des Transplantates zu ermöglichen.


Für die Implantation waren 2 bis 3 etwa 5 mm kleine Einstiche und ein 3 bis 4 cm kleiner Schnitt am Unterschenkel erforderlich, die in den ersten Tagen nach der Operation noch etwas schmerzen können. Die Fäden werden am 10. Tag nach OP entfernt. Das Gelenk selbst wurde nicht eröffnet. Die Operationsdauer beträgt im Durchschnitt 1 bis 2 Stunden. Die Ergebnisse sind in ca. 85% der Fälle gut bis sehr gut. Es wurden Drainagen eingelegt, die in der Regel am 1. Tag nach der Operation beim ersten Verbandswechsel entfernt werden.

Ihr Kniegelenk wird in einer Schiene in 5 Grad Beugung ruhig gestellt. Aus dieser Schiene heraus können am 2. Tag nach der Operation Bewegungsübungen zwischen 10 und 60 Grad (10/90 Grad ab der 2. Woche) durchgeführt werden. Eispackungen vermindern die Schwellung und die Schmerzen unmittelbar nach der Operation.


Ein entzündungshemmendes und schmerzstillendes Medikament erhalten Sie eventuell zusätzlich. Auf weitere Schmerzmittel kann in der Regel verzichtet werden. Isometrische Übungen (Spannungsübungen der Muskulatur ohne Bewegung) beginnen am 1. Tag nach der Operation. Unter krankengymnastischer Anleitung werden Sie nach einem speziell entwickelten Programm (siehe unten) an steigende Belastungen herangeführt.

3 Monate nach der Operation sollte die volle Beweglichkeit erreicht sein und das Gelenk darf voll belastet werden. Auf keinen Fall soll Ihr Gelenk zwischen 30 und 60 Grad gegen Widerstand in die volle Streckung gebracht werden. Es besteht dann die Gefahr, dass Ihr neues Kreuzband wieder auslockert (kein Beincurlen, etc.) .

Schonen Sie in den ersten Tagen nach der Operation Ihr Gelenk durch Hochlagern und Kühlen. Nach der Operation sind aktive Streckungen unbedingt zu vermeiden. Die Kreuzbandplastik kommt dadurch unter Stress und könnte auslockern.

Wenn Sie unerwartet hohes Fieber bekommen oder Ihr Kniegelenk schmerzhaft gerötet und heiß ist, oder unerwartet starke Schmerzen auftreten rufen Sie uns bitte an: Tel.: 02131-274531


Krankengymnastische Nachbehandlung

Als Folge der erlittenen Verletzung ist die muskuläre Koordination gestört, das Bewegungsmuster ist nicht mehr physiologisch. Häufig findet sich schon vor der Operation eine Verschmächtigung (Atrophie) der Muskulatur. Um dieser Atrophie entgegen zu wirken, wird, als Ergänzung zur täglichen Krankengymnastik, ein Muskelstimulationsgerät ab dem 3. Tag nach OP angelegt. Dieses sollten Sie für die Dauer von 3 Monaten nach OP drei- bis fünfmal täglich für mindestens 30 Minuten benutzen. In der Regel ist es sinnvoll ein Trainingsprogramm im Rahmen einer EAP (ambulante Rehabilitation) in einem Zentrum wohnortnah durchzuführen.

1. Tag nach OP: Ziehen der Gelenk-Drainage, isometrische Anspannungsübungen in der Medi-Pren-Schiene, Mobilisation unter Teilentlastung an Gehstützen (15 bis 30 kg je nach Körpergewicht)

Ab 2. Tag nach OP: Patellamobilisation, Mantelspannung, Weichteilmobilisation oberer Rezessus und Kniekehle, PNF, Bewegungsausmaße: passiv 0 bis 90 Grad, aktiv 10 bis 70 Grad Streckung/Beugung. Muskel-Stimulations-Gerät benutzen.

Ab der 3. Woche nach OP: Passive Beweglichkeit 0 bis unbegrenzt, aktive Beweglichkeit 5 bis 100 Grad, Ablegen der Schiene, noch Teilentlastung 30 bis 50 kg an 2 Gehstützen, Fahrradfahren auf dem Fahrrad-Ergometer möglich, eine Knieorthese ist nur in Ausnahmefällen notwendig.

Ab der 4. Woche nach OP: Vollbelastung

Ab der 6. Woche nach OP: aktiv und passiv volle Funktion

Ab 2. Monat nach OP: Kraulschwimmen

Ab 3. Monat nach OP: Fahrrad fahren

Ab 4. Monat nach OP: Laufen in der Ebene.

Krafttraining ohne distale Widerstände im geschlossenen System, wie z.B. Beinpresse oder Beugerbank (mit proximalen Widerständen) oder Isokinetik-Maschine mit Zusatz-Pad, ist aktiv in oben beschriebenen Bewegungsausmaßen und kleinen Widerständen nach der 1. Woche nach OP möglich.

Training mit ausschließlich distalen Widerständen sowie Quadricepstraining aus 90 Grad Beugung mit distalen Widerständen, auch isokinetisch, ist verboten.

6 Monate nach OP: Stop-and-Go-Sport mit Orthese, wenn unbedingt gewünscht!

12 Monate nach OP: Stop-and-Go-Sport ohne Orthese.